Archiv der Kategorie: Fantasy / Science-Fiction

Jack Vance – Das Gesicht (Dämonenprinzen 4)

Rundum gelungener Abenteuerroman: Die Jagd auf den wütenden Darsh

Auf seinem Rachezug durch den Kosmos ist Kirth Jersen an der vierten Station angelangt. Der Name seines Opfers: Husse Bugold, ein Dämonenprinz, der als einer von fünf Aliens an der Auslöschung von Gersens Familie beteiligt war. Sein Deckname: Lens Larque. Wie immer gibt es einen Haken an der Sache, und der Gegner schläft nicht…
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Terry Carr (Hrsg.) – Jenseits aller Träume. Sieben moderne Fantasy-Stories

Der Komponist des Teufels und andere schräge Gestalten

In dieser Anthologie sind 7 Fantasy-Erzählungen amerikanischer und englischer AutorInnen vereinigt:

– Die Story des Mannes, für den die zeit rückwärts läuft;
– Die Story vom Wanderer in Schwarz;
– Die Story von der Stadt der Unsterblichen;
– Die Story vom verhexten Land;
– Die Story des vergessenen Komponisten;
– Die Story von der Stimme des anderen;
– Und die Story von der Ersatzmutter.

Vertreten sind Roger Zelazny, John Brunner, Jorge Luis Borges, Katherine MacLean und andere.
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Russell Hoban – Die Medusenfrequenz. Phantastischer Roman

Der sprechende Kopf und das Mädchen mit dem Perlenohrring

Der Ich-Erzähler Herman Orff ist ein Schriftsteller mit einem nicht ganz neuen Problem: Ihm fällt nichts mehr ein, das heißt: nichts Originelles. Doch eines Tages erhält er merkwürdige Botschaften über seinen Computermonitor. Wie versprochen helfen sie seiner Kreativität ein wenig auf die Sprünge, indem sie ihn an die „Orte in seinem Kopf führen, an die man nicht aus eigener Kraft gelangt“. Er gelangt in ein traumartiges Land, in dem er Figuren aus Mythen und Geschichte begegnet: der sprechende Kopf von Orpheus; eine verflossene Geliebte; das junge Mädchen mit dem Perlenohrring aus Vermeers Gemälde – und eine Frequenz aus Medusas…

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George R. Stewart – Leben ohne Ende (Meisterwerke der Science Fiction)

Klassiker des Katastrophenromans

Eine rätselhafte Viruspest greift um sich wie ein Steppenbrand und rafft weltweit die Menschen dahin. Die Ordnung bricht zusammen, es gibt keine Regierungen, keine Kommunikation, keine Infrastruktur mehr. Nur ein Prozent der Weltbevölkerung überlebt die verheerende Seuche. Die Zivilisation wird ausgelöscht. Die Übriggebliebenen müssen neue Wege des menschlichen Zusammenlebens suchen… (Verlagsinfo)
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Isaac Asimov – Die nackte Sonne (Foundation-Zyklus 5)

Spannende Ermittlung: Als Detektiv unter heißer Sonne

Detective Elijah Baley traut seinen Ohren nicht, als er von seinem neuen Auftrag erfährt: Er soll die Geborgenheit seiner „Stahlhöhle“ New York verlassen und nach Solaria fliegen, einer dünn besiedelten Welt der Spacer. Er wurde angefordert, um einen rätselhaften Mord aufzuklären, der absolut jeder Logik entbehrt.

Auf Solaria bekommt Elijah Angstzustände, sobald er sich unter freiem Himmel sieht, aber sein Partner, den er aus einer früheren Ermittlung kennt, beruhigt ihn: Robot Daneel Olivaw. Doch auch noch auf den zweiten Blick sieht R. Olivaw wie ein Spacer bzw. wie ein Mensch aus. Und das hat alles seinen guten Grund, wie sich herausstellt…

Dies ist der zweite Weltraumkrimi Asimovs, nachdem er mit „The Caves of Steel“ (Die Stahlhöhlen, ungekürzt 1988) einen ziemlichen Erfolg verzeichnen konnte. Und dies ist der Startpunkt für die zahlreichen Roboter-Romane Asimovs, die er schließlich mit den Motiven aus dem Foundation-Zyklus zu seiner eigenen Geschichte der Zukunft vereinigte.
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Isaac Asimov – Die Stahlhöhlen (Foundation-Zyklus 4)

Dynamisches Ermittlerduo: Mit dem Robot in die Unterwelt

3000 Jahre in der Zukunft. Während die „Spacer“ genannten Weltraumsiedler auf ihren dünnbesiedelten Welten leben, die ihre Vorfahren kolonisiert haben, vegetieren die Menschen der alten Erde, zu Millionen zusammengepfercht, in überkuppelten Metropolen: den Stahlhöhlen.

In der Spacer-Kolonie außerhalb New Yorks wird unter rätselhaften Umständen ein Spacer ermordet. Politische Repressalien drohen, und der Polizei-Commissioner Enderby betraut seinen besten Mann Elijah Baley mit der Aufklärung des Mordes. Doch zum ersten Mal in seinem Leben soll Baley mit einem Ermittler der Spacer zusammenarbeiten, ausgerechnet mit einem Roboter: R. Daneel Olivaw. Doch warum zum Kuckuck sieht Olivaw genauso aus wie ein Mensch? Wird er sich auch wie einer verhalten? Und was, wenn nicht?
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Aran Ashe – Slave-Mines of Tormunil (Chronicles of Tormunil 3)


Nur etwas für BDSM-Fetischisten

Dies ist der dritte Band der erotischen Fantasy-Trilogie um Tormunil, die im 18. Jahrhundert spielt. Josef Stenner, ein junger Mann mit den magischen Kräften eines speziellen Rings, hat aus der Zitadelle der Sklaven die jungfräuliche Sklavin Leah mitgenommen, die ihn als ihren Gebieter und Besitzer anerkannt hat. Doch Josef ist auf der Suche nach der Sklavin Sianon, die von einem Schurken namens Malory geraubt wurde. Malory will Sianon Gerüchten zufolge in die Bergwerke von Menirg bringen, damit sie dort den Sklavenarbeitern dient…
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Abraham Merritt – Das Volk der Fata Morgana. Fantasy-Klassiker

Kampf gegen den Krakengott

Der junge Bergwerksingenieur Leif Langdon hat auf einer Expedition nach Zentralasien erlebt, dass ihn das aussterbende Volk der hellen Uiguren, wikingerartiger Krieger, für die Reinkarnation eines uralten Helden ihres Stammes hält – des unbesiegbaren Dwayanu. Für sie ruft er den furchtbaren Krakengott Khalk’ru und flieht entsetzt, als er seine Tat begreift.

Aber wer Khalk’ru gerufen hat, der muss auch seinem Ruf folgen – und Monate später ruft der Gott Leif, im äußersten Alaska, in einem Tal, das unter einer ewigen Fata Morgana verborgen liegt. Mit der Herrin der weißen Wölfe und dem gewaltigen Schmied Tibur kämpft Leif um die Macht und um das Leben der schönen Evalie, die zum Opfer für Khalk’ru bestimmt ist. Aber der heißeste Kampf tobt in ihm selbst, als Dwayanu, der grausame Krieger der Vorzeit, Macht über seine Seele zu gewinnen beginnt … (Verlagsinfo)
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Abraham Merritt – Das Gesicht im Abgrund. Fantasy-Klassiker

Im Reich der Schlangenfrau

Von der Hoffnung erfüllt, mit Hilfe einer seltsamen Landkarte einen Schatz der alten Inkas zu finden, macht sich Nicholas Graydon, ein Bergbauingenieur, gemeinsam mit drei Abenteurern auf den Weg in ein Gebiet der Kordilleren, das bisher noch kein Weißer betreten hat. Habgier, Goldfieber und Hass lassen die Expedition zu einem Fiasko werden. Nur Graydon überlebt – und er gelangt nach Yu-Atlanchi, dem verbotenen Land. Dort – unter Geschöpfen, die zeitlos sind und für die der Tod unbekannt ist – lernt Graydon, der Mann des 20. Jahrhunderts, die Wunder und Schrecken eines Volkes kennen, das viel älter als die Menschheit ist… (Apex-Verlag)
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Chelsea Quinn Yarbro – Das Ungeheuer vom Sumpf. 8 neue Stories von Spitzenautoren der Gegenwart

Classic SF aus den 1970er Jahren

Die US-amerikanische SF-Szene hat eine Tradition von jährlichen Bänden an Originalveröffentlichungen, so etwa von Damon Knight, Robert Silverberg und Terry Carr. Die von Roy Torgerson halbjährlich veröffentlichten „Chysalis“-Bände bringen jeweils Erstveröffentlichungen aus dem zeitgenössischen SF- und Fantasy-Umfeld. Dieser Chrysalis-Band aus dem Jahr 1977 enthält Erzählungen von Monteleone, Sturgeon, Harlan Ellison und fünf weiteren Newcomern. Seltsamerweise fehlt das Vorwort des Herausgebers.
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Eric Van Lustbader – Moichi (Dai-San-Zyklus 4)

Fernost-Fantasy: Schwerter, Sex und Zauberei

Die Mächte der Finsternis sind besiegt (vgl. „Dai-San“), aber das Leben auf der Erde ist alles andere als friedlich. Moichi, ehemaliger Begleiter Ronins, versucht den Mord an einem Freund sowie einen Doppelmord aufzuklären und eine entführte Frau wiederzufinden. Zusammen mit der Tochter des Anführers der Bujun-Samurai bricht er in den unerforschten Nordwesten auf.

Zusammen mit der Frau, die ihm den entscheidenden Hinweis gibt, macht er sich auf die Suche nach dem Mörder. Von dem Wunsch nach Rache beseelt, gerät er immer wieder in tödliche Gefahren, bevor es ihm endlich gelingt, die Macht jener schrecklichen Hexe zu brechen, die soviel Unheil angerichtet hat. (abgewandelte Verlagsinfo)

Hinweis: „Ronin“ bedeutet im Japanischen „herrenloser Krieger“.

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Eric Van Lustbader – Dai-San (Dai-San-Zyklus 3)

Fernost-Fantasy: Schwerter, Sex und Zauberei

Eine Zeit der Schrecken ist angebrochen. Die Menschen haben den Glauben an sich selbst verloren, als Ronin seinen Kampf gegen das allgegenwärtig Böse aufnimmt. Ohnmächtig sehen sie der Eroberung der Erde durch ein neues Dämonengeschlecht zu. Die einzige Hoffnung ist der vor Äonen prophezeite Dai-San, der Retter, der die Menschheit in eine freie Zukunft führen soll. Die Frage ist aber, ob Ronin, der Krieger, den Dai-San noch rechtzeitig finden kann, bevor die alles entscheidende Schlacht gegen die Mächte der Finsternis beginnt. (abgewandelte Verlagsinfo)

Hinweis: „Ronin“ bedeutet im Japanischen „herrenloser Krieger“.
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Ken Liu (Hrsg.) – Zerbrochene Sterne. Die besten chinesischen SF-Stories


Durchwachsene Qualität, hoher Preis

Ein junger Mann wird dreimal in der Nacht angerufen – und jedes Mal ist er selbst am anderen Ende der Leitung. Genauer gesagt, sein zukünftiges Ich, und dreimal soll er die Welt vor der unausweichlichen Zerstörung retten. »Mondnacht« lautet der Titel dieser Kurzgeschichte von Cixin Liu, die der preisgekrönte Herausgeber und Übersetzer Ken Liu zusammen mit fünfzehn weiteren Erzählungen der besten Science-Fiction-Autoren Chinas in diesem Band versammelt hat.

Manche sind bereits in der Literaturszene etabliert und international berühmt wie etwa Cixin Liu, Hao Jingfang und Han Song, manche gehören zur jungen, ehrgeizigen Generation wie Qiufan Chen und Xia Jia, und andere wiederum sind in der wachsenden Zunft der Geisteswissenschaftler verwurzelt, zum Beispiel Regina Kanyu Wang und Fei Dao. Sie alle entwickeln in ihren Erzählungen einen kritischen, von der Gegenwartskultur geprägten Blick auf China, und manche Texte konnten erst in der Übersetzung überhaupt veröffentlicht werden. Abgerundet wird dieser Sammelband durch drei Essays, die das Phänomen der chinesischen Science-Fiction ausführlich beleuchten und verständlich machen. (Verlagsinfo)
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Eric Van Lustbader – Ronin (Dai-San-Zyklus 1)

Science Fantasy: Helden zwischen Zauber und Sex

In ferner Zukunft dämmert die Menschheit ihrem Ende entgegen. Die Mächte der Finsternis sammeln sich gegen die letzen Menschen auf einer sterbenden Erde. Nur ein einsamer Kämpfer kann die Katastrophe abwenden: Ronin, der Bewohner eines unterirdischen Imperiums. Seine Welt ist eine Welt des Kampfes. Das Militär ist allgegenwärtig. Eines Tages hört Ronin zufällig, dass es noch anderes Leben auf der Erdoberfläche gibt. Aber bevor er seine lebensgefährliche Reise in die verbotene Welt unter der Sonne antreten kann, muss er noch eine Schriftrolle finden, die das Geheimnis zur Rettung der Menschheit birgt…

Hinweis: „Ronin“ bedeutet im Japanischen „herrenloser Krieger“.
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Eric Van Lustbader – Die Miko (Nicholas Linnear 2)

Fernost-Thriller mit Sex und Action

Nicholas Linnear hat den „Ninja“-Angriff überlebt, nun reist er mit seinem Boss und künftigen Schwiegervater nach Tokio, um einen Firmenfusion in die Wege zu leiten. Doch er kreuzt den Weg der Miko, einer gewissenlosen Hexe mit okkulten Kräften. Ihr Auftrag lautet, Rache an Nicholas zu nehmen. Nicholas muss alle seine erweiterten Sinne und kriegerischen Kräfte aufbieten, um gegen sie bestehen zu können. Doch für wen arbeitet sie?
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Katherine Kurtz & Deborah Turner Harris – Der Schatz der Templer (Der Adept 3)

Wehe, wenn sie losgelassen!

Die Tempelritter waren bis zu Beginn des 14. Jahrhunderts, bevor sie verboten wurden, einer der wichtigsten Orden, der sich der Eroberung und Bewahrung des Heiligen Landes sowie seiner Heiligtümer verschrieben hatte. Sie waren Krieger und besaßen eine festgefügte Hierarchie. Nicht jeder konnte Mitglied werden, und als der französische König Philipp der Schöne abgewiesen wurde, ließ er die Templer gnadenlos verfolgen. Viele flohen ins katholische Schottland.
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Cherryh, C. J. – Brüder der Erde

Actionreich: Feindliche Brüder retten die Welt

Als einziger Überlebender eines Raumschiffs erreicht er in einer Rettungskapsel einen erdähnlichen Planeten. Er wird von Eingeborenen gefangen und wie ein gefährliches Tier in Ketten gelegt. Auch als er die Achtung dieser stolzen, fremdartigen Geschöpfe errungen hat, begegnen sie ihm wie einer reißenden Bestie. Bis er des Rätsels Lösung findet: Er ist nicht der erste Mensch, der diese Welt betrat. (Verlagsinfo)

„Brüder der Erde“ von 1976 ist Cherryhs erster, einzeln stehender SF-Roman. Vorher hatte sie nur den Fantasy-Roman „Das Tor von Ivrel“ veröffentlicht. Diesem Abenteuer folgte die Fortsetzung „Weltenjäger“, der 1977, also im Jahr darauf, erschien. Beide Romane wurde in dem Sammelband „The Hanan Rebellion“ zusammengefasst.

Die Autorin

Caroline Janice Cherryh, geboren 1942 in St. Louis, ist von Haus aus Historikerin und lebt in Washington. Sie erhielt schon 1980 ihren ersten Science-Fiction-Preis für ihre umwerfende Novelle „Kassandra“. 1983 folgte der erste |HUGO Award| für „Pells Stern“, später ein weiterer für „Cyteen“. Beide Romane gehören zu ihrem Allianz-Union- bzw. PELL-Zyklus, der eine Future History darstellt, wie sie schon von anderen Größen des Science-Fiction-Feldes geschaffen wurde, darunter Robert A. Heinlein oder Isaac Asimov.

C. J. Cherryh auf |Buchwurm.info|:

Kauffahrers Glück
Der Baum der Schwerter und Juwelen
Das Tor von Ivrel
Pells Stern
Der Quell von Shiuan
Tripoint
Das Schiff der Chanur
Das Unternehmen der Chanur
Die Heimkehr der Chanur
Chanurs Legat (Chanur 5)
Fremdling (Atevi 1)
Eroberer (Atevi 2)
Erbe (Atevi 3)
40000 in Gehenna
The Betrayal (Cyteen 1)
Cyteen: Die Wiedergeburt
Cyteen: Die Rechtfertigung
Die letzten Städte der Erde
Finity’s End. Ein Alliance-Union-Roman
Der Engel mit dem Schwert
Hammerfall (The Gene Wars 1)
Yeager
Schwerkraftzeit
Höllenfeuer
Hestia
Der Paladin
Der Koboldspiegel
Der Biss der Schlange
Das Kuckucksei
Fortress in the Eye of Time
Fortress of Eagles
Fortress of Owls
Fortress of Dragons“
Visible Light
Rider at the Gate (Finisterre 1)

Handlung

Als einziger Überlebender eines Raumschiffs erreicht Lieutenant Kurt Morgan in einer Rettungskapsel einen erdähnlichen Planeten. Beim Kampf gegen ein feindliches Raumschiff der menschlichen Hanan wurde sein eigenes Schiff, die Endymion, vernichtend getroffen. Bevor es explodierte, konnte er mit seiner Rettungskapsel entkommen. Doch bevor es zu diesem Kampf kommen konnte, vernichtete die Endymion den Hanan-Planeten Aeolus. Das wird schwere Folgen für Kurt haben.

Gefangen

Er wird von den eingeborenen Nemet gefangen genommen und so vor den wilden Tamurlin bewahrt, die ihn sicherlich qualvoll zu Tode gefoltert hätten. Also kann er froh sein, dass der Nemet-Kapitän Kta ihn gerettet hat und ihn in seine Heimatstadt Nephane bringt. Kta hat sich für Kurts friedliches Verhalten persönlich verbürgt und seine Ehre aufs Spiel gesetzt. Das behält Kurt im Hinterkopf, als er zu seinem Entsetzen in der Festung von Nephane einer Hanan-Kriegerin begegnet. Djan könnte ihn jeden Moment mit ihrer Pistole töten, weiß er. Schließlich hat sie wegen der Vernichtung von Aeolus genügend Grund, ihn zu hassen. Sie gibt ihm eine Frist von zwei Wochen des Wohlverhaltens, sonst gibt’s Zoff.

Frei

Ktas Familie nimmt Kurt in ihrem Heim auf, doch Mim, die Tochter des Dieners Hef, scheint Kurt zu hassen. Kurt bemüht sich, alles richtig zu machen und keinem auf den Schlips zu treten. Er muss seinen Stolz hinunterschlucken und sämtliche Tabus, Gesetze und Sitten der Elas-Familie, die ihn aufgenommen hat, beachten. Am Ende der 14-tägigen Frist, die ihm die Methi gewährt hat, muss er Abschied nehmen. Mim verzeiht ihm, dass er ein Mensch ist. Als Menschen hat sie bislang nur die wilden Tamurlin kennengelernt, die sie gefangen hielten, doch Kurt scheint nichts von deren ungehobelter Wildheit an sich zu haben. Kurt hat das Gefühl, dass er Mim lieben könnte, und sie ihn, doch der Anstand sieht anderes vor.

Einladung

Die Methi beansprucht Kurt für sich und lädt ihn ein (was einem Befehl gleichkommt), in ihrer Festung zu wohnen. Sie verrät ihm, dass der Planet Aeolus, den er zu zerstören half, die größte Anlage der Han zur Produktion von geklonten Soldaten beherbergte (dies ist also ein Vorläufer von Cyteen!). Glücklicherweise ist sie selbst kein Klon, vielmehr lädt sie ihn ein, ihr Gefährte zu werden. Ohne es zu ahnen, würde sich damit Kurt den Ex-Lover Djans, Shan t’Tetur, zum Todfeind machen. Ohne sich festzulegen, benutzt Kurt lediglich ihre Maschinen, um die einheimische Sprache zu erlernen.

Antrag

Das Haus Elas nimmt ihn bei seiner Rückkehr wie einen eigenen Sohn auf, doch Mim geht ihm aus dem Weg. Verzweifelt fragt er sich nach dem Grund und stellt sie eines Nachts zu Rede. Sie hält sich nicht für würdig, seine Frau zu sein. Sie ist gar nicht Hefs Tochter, sondern war drei Jahre lang Sexsklavin unter den wilden Tamurlin, das ist die erste Erniedrigung. Kta rettete sie, als er die Tamurlin-Piraten bekämpfte, und nahm sie auf, obwohl herauskam, dass sie eine Indras ist, also keine Tamurlin. Nicht nur das: Sie ist eine Indras aus dem verfeindeten Indresul jenseits des Binnenmeeeres. Es ist Kurts schwerer Fehler, nicht nach ihrem Vater zu fragen. Er bittet sie um ihre Hand, und sie sagt nicht nein.

Politik

Er bittet bei Kta und Hef um Mims Hand und nach verschiedenen Vereinbarungen, die Nachkommen betreffend – sie ist kein Mensch –, kann die Verlobung öffentlich stattfinden. In diesem Moment treffen die Wachen der Methi ein: Die Verlobung sei verboten. Zu spät! Kurt lässt sich zur Methi bringen, die ihm erneut die Gefährtenschaft anbietet, die er nicht annimmt. Sie erklärt ihm die politische Lage mit Indresul, den Nemet, den Tamurlin – sie waren einst die Beherrscher Nehanes, bevor Nemet sie vertrieben – und einer mächtigen Volksgruppe namens Sufaki, der Djans Exlover Shan angehört. Kurt sieht seine Lage immer komplexer werden, doch er will bloß zurück zu Mim.

Hochzeit

Der Botschafter Indresul besucht die Methi in der Festung, um seine Forderungen im Namen der Methi Indresuls zu überbringen. Kurt und Kta erfahren, dass Indresul den Krieg gegen seine ehemalige, abtrünnige Kolonie vorbereitet. Ungerührt jedoch gelingt es ihm, im Haus Elas seine Vermählung mit Mim über die Bühne zu bringen. Es ist eine große Ehrung für ihn, folglich fühlt er sich verpflichtet, die Ehre des Hauses, das ihn aufgenommen hat, zu schützen. Dazu gibt es bald einen traurigen Anlass.

Belagerung

Nur zwei Wochen nach der Hochzeit warnt Ktas Schwager Ben t’Osanef das Haus Elas vor einem Aufstand der Sufaki, denen Ben selbst angehört. Dieser Aufstand gegen die Indras-Nemets vollzieht sich zunächst still und leise in Gestalt von Spionen vor dem Haus, doch als die Sufaki-Feiertage kommen, ist es mit der Ruhe vorbei. Niemand von den Indras traut sich vors Haus, doch die Vorräte gehen zu Ende, und Mim besteht darauf, auf dem Markt Nachschub zu kaufen. Kurt insistiert, sie zu begleiten, um sie zu schützen.

Hinterhalt

Auf dem Markt wird Kurt unvermittelt von Angehörigen der Sufaki abgedrängt. Als er in eine Gasse am Rande des Platzes eilt, gerät er in einen Hinterhalt, in dem er unterliegt und gefesselt wird. In der nächsten Nacht wollen ihn drei der Kerle ins Hafenbecken werfen, doch er trickst sie aus und schlägt sie nieder, bevor es ihm gelingt zu entkommen und seine Fesseln abzuwerfen. Seine einzige Sorge gilt Mim – wo ist sie? Lebt sie noch?

Mein Eindruck

Diese Szene bereitet den Höhepunkt des ersten Drittels des Romans vor und bildet zugleich einen Wendepunkt in der Dramaturgie. Denn was Mim angetan wird und was sie danach selbst tut, verändert nicht nur das Schicksal von Kurt Morgan und Kta t’Elas, sondern auch das ihrer Welt. Die Folgen reichen bis zur letzten Szene, als Kurt den Tempel von Nephane stürmt, um die Methi Djan gefangen zu nehmen. Doch Blutrache vereitelt dieses Vorhaben: Ein ferner Verwandter Mims lässt die Methi für ihre Taten büßen, denn sie ließ die Tat der Sufaki zu, die Mim letztlich in den Selbstmord trieb.

Doch wie konnte es dazu kommen, dass Mim in dieser Tat den einzigen Ausweg sah? Liegt es an ihrer Nemet-Kultur, die der japanischen Samurai-Kultur ähnelt, oder steckt mehr dahinter?

Hintergrund

Die Autorin sagte dazu in einem Interview für das „Das Heyne Science Fiction Jahr 1987“ (|Heyne| 1987): „Für Kim und Mim ergeben sich Probleme, weil er sich nicht vorstellen kann, was sie alles durchgemacht hat. Hier haben wir diese zierliche kleine Person, dieses chinesische [oder Porzellan-]Püppchen, eine Frau, die ihm äußerst zerbrechlich erscheint. Sie aber hat eine Menge furchtbarer Dinge hinter sich, die sie durch SCHWEIGEN bewältigt. [Sie war die Sklavin der Tamurlin.] Und das ist es eigentlich, was ihre Tragödie heraufbeschwört; die Tatsache, dass sie beide einander nicht verstehen können …

ER wusste nicht, was sie tun würde, wenn sie einmal in Schwierigkeiten geriete; IHRE Art war es nicht, es ihm zu sagen … die Falle wurde aus ihren beiden verschiedenen Persönlichkeiten gebaut. Sie war kein Element eines abstrakten, planbaren Handlungsablaufes. Der Punkt wurde erreicht, wo für sie, und zwar auf Grund dessen, was sie war, nur noch Selbstmord übrig blieb; sie beging Selbstmord nicht deswegen, weil der Autor entschied, dass das geschehen solle – sie hätte weglaufen können, sie hätte zehntausend verschiedene Dinge tun können -, sondern weil sie Mim war, eine Frau aus einem Adelshaus, die all das durchgemacht hat, was sie durchgemacht hat.

Erst als ich diese Figur wirklich gut kennen gelernt hatte, konnte ich sehen, dass SIE in dieser Situation keine andere Wahl als Selbstmord hatte, dass das für sie der einzig vernünftige und richtige Weg war; und einfach aufgrund dessen, was sie ist, wird sie dann zum ursächlichen Element eines Krieges, was sie auch wiederum nicht vollständig voraussehen konnte. Aber sie kannte sich ziemlich gut aus mit Politik und wusste immerhin, dass ihr Selbstmord weitreichende Folgen haben würde. Als bloßes Handlungsmoment hätte ich das gar nicht planen können, das ergab sich aus der intimen Kenntnis ihrer Psychologie.“ (S. 32/33).

Die Kultur

Wie man sieht, bedarf es, um Mims Situation zu verstehen, der Schilderung einer detailliert erfundenen Kultur. Sie darf nicht so fremdartig sein, dass wir sie nicht verstehen können, aber komplex und ungewöhnlich genug, um als Alien-Zivilisation glaubwürdig sein zu können. Um es kurz zu machen: Die Kultur der Nemet ist in Nephane wie in der kolonialen Mutterstadt Indresul eine Kombination aus mehrere antiken Kulturen. Der Ehrenkodex ist extrem streng und erinnert an Japans Mittelalter.

Die Nemet-Religion verfügt über ihre eigene Mythologie und entsprechende Göttersagen, dass sie als griechische Götterwelt durchgehen kann, allerdings erweitert um heiliges Herdfeuer und Ahnenverehrung. Die Gottkaiserin, Indresuls Methi, ist die Stellvertreterin des Sonnengottes auf Erden. Der Stand der Technik entspricht ebenfalls dem antiken Griechenland. Es gibt große Kriegsschiffe mit drei Ruderdecks, sogenannte Triremen. Sie sind extrem schnell und wendig, so dass ein Rammstoß meist verheerende Folgen hat.

Was heißt hier „fremdartig“?

Die Aufgabe der Autorin besteht nun darin, die Reaktion der Nemets auf das Erscheinen eines Menschen wie Kurt Morgan zu erklären. Die Reaktion in Nephane unterscheidet sich deutlich von der in Indresul. In Nephane lebt das aus Nemets und Sufakis gemischte Multi-Kulti-Volk unter der Herrschaft einer Menschenfrau, die über gewaltige Waffen verfügt. Nur sehr wenige Nemets, wenn überhaupt jemand, wissen, dass die Hanan-Frau Djan nicht von ihrer Welt stammt, sondern von der Welt Aeolus. Dieses Geheimnis verrät Djan außer Kurt nur sehr wenigen.

Im Gegensatz zu Nephane ist Indresul weitaus konservativer. Die Existenz eines Menschen ist bereits ein Affront, denn er hat nur auf der Stufe der Tiere einen Platz. Man glaubt, er besitze keine Seele. Umso schlimmer ist daher Kurts Behauptung, er komme von einer Welt, die um eine andere Sonne kreise. Das ist nun wirklich Gotteslästerung und Ketzerei! Wäre die Methi Ylith nicht so fasziniert von Kurts offensichtlich intelligenten Aussagen über die Theologie der Nemet, würde sie ihn sofort aburteilen und töten lassen. Aber Kurt ist nicht alleine: Kta, sein Sippenbruder, weigert sich, ihn zu verraten, sondern unterstützt ihn, selbst wenn er dadurch sein Leben aufs Spiel setzt.

Den Trick, einen Fremden als den eigentlich Alien erscheinen zu lassen, wendet Cherryh mehrmals in ihren Werken an, so etwa in den vier CHANUR-Romanen, die ich wirklich empfehlen kann, sowie in „Kuckucksei“, wo ein Menschenjunge unter kriegerischen Monstern aufwächst und dies ganz normal findet. Werte sind eben relativ, demonstriert die Autorin, und nirgendwo so intensiv und mannigfaltig wie in ihrem schon erstaunlich langen ATEVI-Zyklus.

Brüder

Ich habe einige Male über den Titel des Romans nachgegrübelt, denn kein einziges Mal taucht die Erde auf, höchstens als Kurts herbeizitierte Heimat. Doch dafür stehen die ganze Zeit die Brüder Kurt und Kta im Vordergrund. Dass sich ein Nemet – alle Nemets sind von Natur aus dunkelhäutig – mit einem Alien wie Kurt verbrüdert, ist alleine schon bemerkenswert. Als aber Kurt in Indresul als Tier abgetan und demnächst entsorgt werden soll, stellt sich Kta eindeutig auf seine Seite und rettet ihm so das Leben.

Aber Kta ist selbst oftmals in Gefahr, nicht, weil er sich nicht gegen Piraten oder Banditen zu wehren wüsste, sondern vielmehr, weil er schwer suizidgefährdet ist. Mehrmals ist Kta in Versuchung, es wie Mim zu machen und sich das Messer in den Bauch zu rammen oder aus dem Fenster zu stürzen. Der Grund dafür liegt in seiner Selbstverachtung. Diese wiederum resultiert wie bei Mim aus einer strengen Moral, die vom Ahnen- und Götterglauben abgeleitet ist. Alle Grundsätze des Moralkodex sind darauf ausgerichtet, die Ahnen stolz machen zu können und den göttlichen Gesetzen zu genügen.

Kein Wunder, dass die Methi von Indresul einer Theokratie vorsteht und auch die Methi von Nephane einen halbgottähnlichen Status genießt. Beide Methis dürfen sich dennoch nicht in die internen Sippengesetze der Häuser einmischen. Und wenn das Große Schwert eines Hauses gezogen wird, darf dies nicht ohne nachfolgendes Blutvergießen erfolgen. Die Ehre des Hauses steht über allem. Dass sich Ktas Vater und Mutter den Freitod gegeben haben, verwundert nicht. Nun ist Kta der letzte Lord seines Hauses, und deshalb zählt seine Ehrenhaftigkeit doppelt so schwer.

Die Aussage

Nur die brüderliche Freundschaft des ausgestoßenen Kta und des alienhaften Menschen ist ironischerweise in der Lage, den Nephane-Bürgerkrieg zwischen Nemet und Sufaki zu beenden sowie den Krieg mit Indresul zu verhindern. Der Preis ist zwar hoch, aber dass dies überhaupt gelingt, liegt an der Logik der Ehrengesetze: Beide sind ungebunden und können als Vermittler auftreten, ohne in den Verdacht zu geraten, für sich einen Vorteil herausschlagen zu wollen. Und sie sind das lebende Beispiel dafür, dass es gelingen kann, Frieden zwischen ungleichen Völkern zu schließen. (Von dem Frieden zwischen hellhäutigen Menschen und dunkelhäutigen Nemet ganz zu schweigen.)

Starke Frauen

Dass in diesem Roman starke Frauen die Herrschaft innehaben, ist sicher ganz im Sinne der Autorin, aber für die amerikanische Science-Fiction des Jahres 1976 immer noch ziemlich ungewöhnlich. Frauen durften Vermittlerinnen, Diplomatinnen (bei Le Guin), Amazonen (Cherryh), Heilerinnen und Seherinnen – vulgo: gute Hexen (bei Tanith Lee und Vonda McIntyre) – sein, aber Kaiserinnen gab es nur in schlechter Fantasy. Nun treten gleich zwei Herrscherinnen auf, eine davon eine fremdartige, aber menschliche Hanan, die andere eine dunkelhäutige, aber nichtmenschliche Kaiserin wie jene legendäre SIE aus Henry Rider Haggards Afrika-Phantasien.

Diese zwei Herrscherinnen üben eine ungleiche Herrschaft aus. Die der Methi von Nephane führt geradewegs zu Bürgerkrieg und Untergang. Der Grund liegt in ihrer Schwachheit, die Liebe genannt wird. Sie liebt den Sufaki Shan t’Tefur zu sehr, um ihm Einhalt in seinem Aufstand gegen die Nemet zu gebieten. Das Gefühl wird ihr Verderben.

Ganz anders hingegen die Methi Ylith von Indresul. Betrachtet sie anfangs den Menschen-Alien Kurt als Tier, sondern ändert sie schrittweise ihre Meinung, weil sie der Vernunft und der Diplomatie den Vorzug gewährt. Sie lässt nämlich Priester und Adelige ihr Urteil fällen, behält sich aber das letzte Wort vor. Ein Fingerschnippen – Kopf ab, hieße es für Kurt. Aber sie lässt ihn am Leben und bewahrt letzten Endes Nephane vor der Zerstörung. Bezeichnenderweise hat sie keinen Lebensgefährten, der Ylith schwächen würde. Sie muss eine einsame Frau sein. Oder der Verlag hat die Erwähnung von Lovern schamhaft verschwiegen. So wie auch verschwiegen wurde, dass Kurt mit Methi Djan geschlafen hat. Das erfahren wir erst ziemlich spät.

Die Übersetzung

Die Übersetzung durch Hans Maeter ist recht gut gelungen. Nur finden sich mehrfach die bei Heyne früher üblichen Flüchtigkeitsfehler wieder. Da heißt es mal „apan“ statt „ypan“ (Schwert) sowie „Ypan“ statt „ypai“ (Mehrzahl von Schwerter). Einmal fand ich sogar eine Verwechslung von Kurt mit Kta, aber mit ein wenig Nachdenken kann man den Fehler aufklären.

Landkarte

Sehr schön fand ich die von Erhard Ringer gezeichnete Landkarte der Region um das Trennende Meer zwischen Nephane und Indresul. So wird auch verständlich, dass die degenerierten Tamurlin-Menschen weit im Süden siedeln. Kurt bringt sich beinahe um, als er nach Mims Suizid dort zu seiner Raumkapsel zu gelangen versucht. Aus dem Regen gelangt er jedoch in die Traufe, als er den Tamurlin-Kannibalen in die Hände fällt. Erst Kta haut ihn wieder raus. Der abenteuerreiche Mittelteil des Romans lässt sich anhand der Landkarte viel besser nachvollziehen.

Unterm Strich

Ich fand die Lektüre dieses Romans recht kurzweilig und vor allem spannend. Die Spannung ergibt sich aus den Gegensätzen zwischen Menschen und Nemet, zwischen den Kulturen und den Lebensgrundsätzen. Mehr als einmal setzen die ungleichen Brüder Kurt und Kta ihr Leben ein, um nicht nur sich selbst zu retten, sondern vor allem auch ihre Heimatstadt Nephane, die vor der Zerstörung durch Indresul steht. Die haarigen Situationen passen gut in einen Actionroman.

Doch dies ist kein Planetenabenteuer nach dem Zuschnitt von Experte Jack Vance, sondern eindeutig von einer Frau geschrieben. Sie zeigt nicht nur zwei Frauen in der Position der absoluten Herrscherin, sondern, dass Männer nicht immer unbedingt auf Gewalt und Zerstörung aus sein müssen, sondern auch mal konstruktiv zusammenarbeiten können. Leicht macht sie es ihren zwei Hauptfiguren ja nicht gerade. Nicht nur sind sie füreinander „Außerirdische“, sondern auch noch verschiedener Hautfarbe, Religion und Temperaments.

Space Opera

In einer Mischung aus Science-Fiction-Hintergrund und Fantasy-Vordergrund kommt eine klassische Space Opera mit dem speziellen Cherryh-Touch zustande, die man so nur selten wiederfinden dürfte. Die deutsche Ausgabe ist mit einer sehr nützlichen Landkarte versehen, die Erhard Ringer zeichnete und sich besonders im Mittelteil mit seinen langen Reisen als Orientierungshilfe erweist. Der Band selbst in längst vergriffen, wurde aber 1984 erneut in dem |Heyne|-Sammelband „Chroniken der Zukunft 1“ abgedruckt, den es vielfach als preisreduziertes Mängelexemplar gab. Sammler dürften aber das deutsche Original wegen seines wunderbar gelungenen Titelbildes schätzen.

Originaltitel: Brothers of Earth, 1976
Aus dem US-Englischen übertragen von Hans Maeter
ca. 250 Seiten
ISBN-13: 9783453305618
Auch in „Chroniken der Zukunft“ erschienen, Heyne SF-TB 06/1001 (1984)

http://www.cherryh.com
www.heyne.de

Wolfgang Jeschke / Ben Bova (Hrsgg.) – Titan-9. SF-Erzählungen

Classic SF: Zauber der X-Logik

Die Großen der Science-Fiction werden mit ihren Meisterwerken bereits in der so genannten „Science Fiction Hall of Fame“ verewigt, welche natürlich in Buchform veröffentlicht wurde (statt sie in Granit zu meißeln). Daher können Freunde dieses Genres noch heute die ersten und wichtigsten Errungenschaften in der Entwicklung eines Genres nachlesen und begutachten, das inzwischen die ganze Welt erobert und zahlreiche Medien durchdrungen hat.

In der vorliegenden Ausgabe des Auswahlbandes Nr. 9 von „Titan“, der deutschen Ausgabe der „SF Hall of Fame“, sind Storys von Henry Kuttner alias Lewis Padgett, Fredric Brown, Clifford Simak und Murray Leinster gesammelt.
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Patricia McKillip – Das Lied des Basilisken

Poetische Fantasy: Ein Lied von Rache und Erlösung

Diese Fantasy ist die wunderbar erzählte Geschichte einer Vergeltung für erlittenes Unrecht, eine Geschichte von Erlösung und Befreiung. Der Stil ist literarisch, die Bilder poetisch und komisch, der Schauplatz erinnert an die italienische Renaissance und den hohen Norden.

Dieses Buch sowie „Schatten über Ombria“ werden der amerikanischen Autorin hoffentlich endlich den deutschen Durchbruch als eine der bedeutendsten Fantasyautorinnen bescheren.
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Manuel Hirner – Symphonie der Stille

Band 1: „Symphonie der Stille“
Band 2: in Vorbereitung

Luctu ist erst zwölf, als er sein Zuhause verlässt. Er will in die Stadt Nóruhi, um sich dort dem Musiker Alerio anzuschließen. Denn seit der Molch Cudu, der die Welt in der Realität verankert, eingeschlafen ist, wandelt sich alles um Cudus Höhle herum in eine Traumwelt, die für intelligente Wesen tödlich ist, und diese Traumzone weitet sich mit jedem Vollmond weiter aus.
Luctu will Alerio dabei helfen, Cudu mittels Musik wieder aufzuwecken. Allerdings ist Luctu nicht nur ein Kind, er ist auch von Geburt an taub!

Der Klappentext sprach von anspruchsvoller, ungewöhnlicher Fantasy, sowie einem bildhaften und greifbaren Erzählstil. Das klang wirklich vielversprechend. Einen Tauben als Hauptfigur in einem Roman über Musik hat man tatsächlich nicht alle Tage. Manuel Hirner – Symphonie der Stille weiterlesen