Archiv der Kategorie: Historisches

Cajus Bekker – Verdammte See. Ein Kriegstagebuch der deutschen Marine

Tragödien und Possenspiele

In diesem »Kriegstagebuch der deutschen Marine«, das 1971 viele Monate lang an der Spitze der Bestsellerlisten stand, werden die Höhepunkte des Marine-Kampfes im Zweiten Weltkrieg geschildert. Dabei stützt der Autor sich auf die amtlichen Kriegstagebücher, von denen viele erst in jüngerer Zeit an deutsche Stellen zurückgegeben wurden… (Verlagsinfo)

Der Autor

Cajus Bekker (* 12. August 1924 in Düsseldorf; † 10. März 1975; eigentlich Hans Dieter Berenbrok) war ein deutscher Journalist und Marine-Schriftsteller. (Quelle: Wikipedia.de)

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Kay, Guy Gavriel – Komplott, Das (Sarantium 1)

Der vierteilige Doppelroman entführt den Leser in eine spätantike Zeit mit anderen Namen und anderem Geschichtsverlauf, doch es ist deutlich, dass Sarantium dem alten Byzanz (Ost-Rom) entspricht: Den Bänden sind Zitate aus dem Gedicht „Sailing to Byzantium“ des irischen Dichters W. B. Yeats vorangestellt.

Der 2001 bei Heyne veröffentlichte Zyklus besteht aus folgenden Bänden:

1) Das Komplott (06/9141)
2) Das Mosaik (06/9142)
3) Der neunte Wagenlenker (06/9165)
4) Herr aller Herrscher (06/9166)

Der Autor

Der kanadische Autor Guy Gavriel Kay, geboren 1954, erlangte frühe Verdienste, indem er Christopher Tolkien half, den Nachlass J.R.R. Tolkiens so aufzubereiten, dass die riesige Vorgeschichte des „Herrn der Ringe“ in einem Band namens „The Silmarillion“ 1977 veröffentlicht werden konnte. Ein schönes Stück Arbeit, aber eigentlich nur etwas für Tolkien-Fanatiker.

Acht Jahre später begann Kay, selbst eine Fantasy-Trilogie zu veröffentlichen „The Fionavar Tapestry“: Fünf amerikanische Studenten geraten in eine Anderwelt, die zwischen einem Patriarchat und einem Matriarchat zerrissen ist. Die mythischen Gestalten, auf die sie stoßen, erweisen sich als Vorbilder für unsere eigenen Götter und Mythen, quasi die Vorlagen. (Dies erinnert an Robert Holdstocks Mythago-Gestalten in „Mythenwald“ und den nachfolgenden Romanen.)

Auch seine späteren Romane erkunden Konflikte zwischen unterschiedlichen Kulturen, ebenfalls in Welten, die von unserer leicht abweichen, allerdings in neuzeitlichen Dimensionen. Fantasy und historischer Roman vermischen sich in den Büchern „Tigana“, „Das Lied von Arbonne“, [„Die Löwen von Al-Rassan“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=558 und zuletzt „Die Reise nach Sarantium“.

Dies sind keine eskapistischen Fantasien, sondern realistische Spekulationen, in die sich fantastische Elemente ebenso mischen wie die dunkleren Aspekte des Lebens. Der Leser muss darauf gefasst sein, dass die eine oder andere seiner Lieblingsfiguren den Ausgang nicht erlebt.

Handlung

Kaiser Valerius II. von Sarantium hat den Bau eines gewaltigen Tempels zu Ehren des Sonnengottes Jad beschlossen. Das Bauwerk soll sein Lebenswerk krönen. Natürlich muss die große Kuppel mit einem entsprechend prächtigen und kunstvollen Mosaik geschmückt werden. Seinem Obersten Kämmerer Gesius ist der Name Martinian genannt worden: Er sei der beste Mosaikmeister des sarantinischen Reiches.

Und so macht sich ein trotteliger kaiserlicher Kurier auf den langen Weg nach Batiara zu Meister Martinian. Er braucht viel länger als vorgesehen, und als er endlich ankommt, tritt er so ungeduldig und hochnäsig auf, dass sich der wahre Martinian verleugnen lässt und ihn weiterschickt zu Caius Crispus, kurz Crispin. Und Crispin aus Varena ist die Hauptfigur der Geschichte.

Crispin ist ein ernster und rechtschaffener Mann. Er hat seinen Vater in den Kriegen gegen die nördlichen Barbaren verloren, seine Frau und seine zwei geliebten Töchter aber an die Pest im vorigen Sommer. Dennoch sind seine Mosaiken die besten, die man in Batiara kaufen kann. Martinian sieht im Auftrag des Kaisers die Chance, Crispin zur ruhmreichen Krönung seines Lebens, ja, vielleicht sogar zu neuer Lebenshoffnung zu verhelfen.

Doch bevor er abreisen kann, muss Crispin noch zwei wichtige Menschen treffen. Der eine ist die Königin Gisel. Ihr Auftrag besteht in einer Top-Secret-Botschaft an den Kaiser im Osten: Sie könne seine Frau werden, wenn er beschließe, Batiara vom Vasallenstaat zur Provinz zu machen. Dadurch hofft sie, ihr Leben, das verschiedene Adelige und Stammesführer bedrohen, zu bewahren. Sie versiegelt Crispins Lippen mit der Androhung der Todesstrafe.

Der zweite Mensch ist der Alchimist Zoticus. Der Magier beherrscht den Transfer von Seelen in künstliche Körper, und einen solchen beseelten Vogel namens Linon gibt er Crispin mit auf die Reise, nebst einer Straßenkarte und einer Liste von Kontakten in Sarantium. Ein äußerst hilfreicher Mann, der alte Zoticus, wie sich zeigt. Mit Linon spricht Crispin per Gedankenübertragung: Telepathie.

Auf seiner Reise heuert Crispin einen Diener namens Vagros an und kehrt in der Nähe des Alten Waldes von Sauradia in einer kaiserlichen Poststation ein. Dort fleht ihn die Sklavin Kasia an, sie vor dem Geopfertwerden am Fest der Toten, das am folgenden Tag stattfindet, zu retten. Eine knifflige Sache, denn mit einheimischen Sitten ist bekanntlich nicht zu spaßen. So eine Einmischung kann übel enden. Doch Kasia erinnert Crispin an seine Töchter und so versucht er sein Bestes, sie davor zu bewahren, dem barbarischen Waldgott Ludon geopfert zu werden. Götter wie Ludon stammen aus der real existierenden „Zwischenwelt“, mit der sich Zoticus gut auskennt.

Die Rettung gelingt zwar zunächst aufgrund von Crispins Listen, doch Gott Ludon besteht auf einem Opfer. Und mit seiner riesigen Gestalt eines Bisons sieht er eindrucksvoll genug aus, dass selbst einem Mann wie Crispin das Herz schier stehen bleibt. Da erhält Crispin Hilfe von unerwarteter Seite.

Mein Eindruck

Der erste Band des umfangreichen Doppelromans „Die Reise nach Sarantium“ besteht also, nach einem umfangreichen Prolog, vor allem aus einer Reise und der Bewältigung ihrer Gefahren. Dabei erfährt Crispin, was in ihm steckt und stellt überrascht fest, dass ihm doch etwas am Leben liegt. Aber auch er hat nicht mit einem solchen Wesen wie Ludon gerechnet. Auch nicht damit, dass er imstande sein würde, wieder eine Frau zu lieben oder einen Offizier des sarantinischen Heeres herumzukommandieren.

Die Reise nach Sarantium ist also für Crispin nicht nur eine Erkundung seiner Welt, sondern vor allem auch eine Erfahrung dessen, was in ihm steckt. An seinen Erfahrungen wächst er. Und erstaunt stellt er fest, dass ihm sowohl sein Diener als auch die Sklavin Kasia, nachdem er sie freigelassen hat, freiwillig in die Metropole folgen wollen. Was mag wohl an ihm sein, das solche Loyalität weckt?

Crispin ist anders als alle Männer, die seine Gefährten sonst kennen gelernt haben. Die Welt dieser Spätantike mit ihrer erfundenen Historie ist eine Welt, die ständig von Barbaren und ihren unmenschlichen Sitten bedroht ist. Was nicht heißen soll, dass auch Sarantiner gegen barbarisches Verhalten gefeit seien. Und dann kommt auf einmal ein gebildeter Mann daher, der sich als einfacher Handwerker ausgibt, aber einen kaiserlichen Geleitbrief vorweisen und Philosophen zitieren kann. Kein Wunder, dass es etliche Leute gibt, die mit ihm nicht einer Meinung sind. Er handhabt die Dinge auf eine neuartige, ungewöhnliche Weise. Und wer weiß, was er in der Metropole verändern wird.

Diese Metropole ist, wie der siebzigseitige Prolog veranschaulicht, das reinste Haifischbecken, in dem Volksaufstände, Auftragsmord und Intrigenspiele an der Tagesordnung sind. Kaiser Valerius II. selbst ist durch einen inszenierten Putsch an die Macht gelangt, seine Gattin Alixana war früher mal, obwohl man das nur zu munkeln wagt, eine Prostituierte. Valerius zahlt den Barbaren an seinen Grenzen lieber hohe Bestechungssumen statt sie zu unterwerfen. Kein Wunder, dass die Truppen mit ihm keineswegs zufrieden sind: Sie haben deswegen seit einem halben Jahr keinen Sold mehr gezahlt bekommen.

Es brodelt an allen Ecken und Ecken – der Normalzustand für die Hauptstadt eines Weltreiches. Ob Crispins Botschaft der Königin des fernen Batiara wohl auf offene Ohren stoßen wird? Zweifel sind berechtigt.

Unterm Strich

Der erste Band stellt die Hauptfigur Crispin vor: ein ungewöhnlicher Mann für diese spätantike Zeit. Wir lernen seine Vergangenheit und sein offensichtliches wie auch verborgenes Innenleben kennen. Er erhält zwei Aufträge, einer so gefährlich wie der andere, lernt zwei Gefährten kennen und begegnet zwei Göttern. Seine Reise ins ferne Sarantium scheint nicht nur sein Leben umzukrempeln, sondern auch seine Umgebung zu verändern. Das könnte ziemlich spannend werden.

Dabei ist Kays Roman durchaus nicht auf die gewohnte Action ausgerichtet, obwohl er es an Tempo nicht vermissen lässt. Religion, Philosophie, Kunst, Lebensbedingungen – alles findet hier seinen Platz und bildet den reichhaltigen Hintergrund eines fiktionalen Mosaiks, das sich mit jedem Band detailreicher und faszinierender ausbreitet. Die Landkarte erweist sich als hilfreich, um Crispins Reiseweg, der über Land führt, zu verfolgen.

Originaltitel: Sailing to Sarantium, Part 1, 1998
Aus dem US-Englischen übersetzt von Irene Holicki

www.heyne.de

Kathleen McGowan – Die Magdalena-Verschwörung

Inhalt

Ein besonders grausamer Mord versetzt London in Angst und Schrecken: Im Tower taucht eine kopflose Frauenleiche auf, verkleidet als die englische Königin Anne Boleyn. Gleichzeitig stößt die amerikanische Journalistin Maureen Paschal bei ihren Recherchen über Anne Boleyn auf bislang unbekannte Details aus deren Leben. War Anne Teil einer europaweiten Verschwörung? Ihre Nachforschungen bringen auch Maureen in Gefahr, denn es scheint, als sei der Killer jederzeit über ihre Entdeckungen informiert. Doch wie kommt er an diese Informationen? Was treibt ihn an? Der Mörder ist brandgefährlich, denn schon bald taucht die nächste Frauenleiche auf …(Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

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Simon Scarrow – Im Zeichen des Adlers (ROM-Serie 1)

Militär-Action: Legionäre als Schatzsucher

Winter 42 n.Chr.: Die Invasion Britanniens wird vorbereitet. Zenturio Macro und sein neuer Ordonnanzoffizier Cato kämpfen noch am Rhein gegen die stinkenden Barbaren Germaniens, als der Befehl des Kaisers beim Kommandanten ihrer Legion, der Augusta, eintrifft. Kaiser Claudius will vollenden, was selbst Julius Caesar nicht schaffte: die britischen Stämme zu unterwerfen. Was die Legionäre noch nicht ahnen: Im Sumpf der englischen Südküste hat Caesars Legion eine Truhe mit geraubten Schätzen zurücklassen müssen. Schon bald beginnt ein Wettrennen ums Gold…
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Simon Scarrow – Im Auftrag des Adlers (Rom-Serie 2)

Militär-Action: Packende Schlachten in Britannien

Anno 43 n.Chr.: Die Invasion Britanniens hat begonnen. Zenturio Macro und sein Ordonnanzoffizier Cato kämpfen gegen den schlimmsten Feind, mit dem die römische Armee es je zu tun hatte: Die britischen Barbarenhorden sind, grausam und beinah unmenschlich tapfer. Zudem müssen sich Cato und Macro auch noch gegen einen Verräter aus den eigenen Reihen zur Wehr setzen: Der skrupellose Tribun Vitellius hat seinen Widersachern blutige Rache geschworen…“ (erweiterte Verlagsinfo)

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Peter Prange – Eine Familie in Deutschland

Die große Familiengeschichte in Zeiten der Entscheidung

Seit Generationen leben die Isings im Wolfsburger Land, fernab der Welt und doch mitten in Deutschland. Alles verändert sich für die Familie, als auf Hitlers Befehl eine gigantische Automobilfabrik entstehen soll, um den „Volkswagen“ zu bauen. Kinderärztin Charly und Filmproduzentin Edda, Autoingenieur Georg und Parteisoldat Horst – sie alle müssen sich entscheiden: Mache ich mit? Beuge ich mich? Oder widersetze ich mich?
Mut, Verzweiflung, Verrat und Liebe im Zeichen des Nazi-Regimes: bewegend schildert Bestseller-Autor Peter Prange die deutsche Jahrhundert-Tragödie und den Weg einer Familie vom Tag der Machtergreifung bis zum Kriegsbeginn. Er erzählt uns von unserer Geschichte. (Verlagsinfo)

Inhalt und Eindrücke:

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Conn Iggulden – Sturmvogel (Die Rosenkriege 1)

England zwischen Bauernaufstand und Königssturz

Ein Königreich, zwei Familien, drei Jahrzehnte Krieg. England 1443: Der fromme König Henry VI. ist kränklich und unfähig zu regieren, das Königshaus gerät ins Wanken. Zudem droht ein Konflikt mit Frankreich (wo England umfangreiche Gebiete besitzt), der England in eine Katastrophe reißen könnte. Eine Heirat mit einer Französin soll einen dauerhaften Frieden sichern.

Die Vermählung Henrys mit der französischen Adeligen Margaret von Anjou, 14, soll die macht des Reiches sichern. Doch das Bündnis mit den verhassten Franzosen ruft unter den englischen Siedlern auf dem Kontinent eine Rebellion ins Leben: Die siegreichen Kämpfer von Azincourt wollen ihr Land nicht einfach so hergeben, Kämpfer wie der Bogenschütze Thomas Woodchurch.

Richard, der mächtige Herzog von York, sieht endlich seine Chance gekommen: Er nutzt den Hass auf den König, und zusammen mit seiner willensstarken Gemahlin Cecily of Neville beginnt er die Rosenkriege – York gegen Lancaster… (korrigierte, erweiterte Verlagsinfo)
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Mac P. Lorne – Die Pranken des Löwen (Ein Robin-Hood-Roman 1)

Robin Hood

Band 1: „Die Pranke des Löwen“
Band 2: Das Herz des Löwen (Juli 2018)
Band 3: Das Blut des Löwen (Septemer 2018)
Band 4: Das Banner des Löwen (Januar 2019)
Band 5: Der Sohn des Löwen (März 2019)

Eigentlich sollte dem jungen Soldaten Robert Fitzooth die rechte Hand abgeschlagen werden, weil er einen Vorgesetzten tätlich angegriffen hat. Doch diesmal hat der König, der aus Prinzip jeder Urteilsvollstreckung beiwohnt, auch seine Tochter mitgebracht, die erst achtjährige Matilda. Und die erzählt ihm zufällig, wie es tatsächlich zu dem Gerangel zwischen Sergeant und Soldat gekommen ist.
Ehe es sich der junge Mann versieht, ist er zum persönlichen Leibwächter der Prinzessin befördert und reist an ihrer Seite durch halb Europa …

„Die Pranken des Löwen“ ist der erste Band einer ganzen Reihe von Romanen über Robin Hood. Zunächst dreht sich die Geschichte aber um seinen Großvater Robert, erst nach gut der Hälfte des Buches taucht Robin zum ersten Mal auf. Mac P. Lorne – Die Pranken des Löwen (Ein Robin-Hood-Roman 1) weiterlesen

Saul David – Die größten Fehlschläge der Militärgeschichte

Vom Teutoburger Wald bis zur Operation Desert Storm

Von der Schlacht im Teutoburger Wald bis zur Operation Desert Storm gab es zahlreiche militärische Fehlschläge. Vielfach kam es dabei zu schweren Verlusten an Menschenleben, etwa durch die Niederlage in Stalingrad oder durch den Fall der britischen Festung Singapur. „Politiker und militärische Befehlshaber tragen in Kriegszeiten eine hohe Verantwortung – der kleinste Fehler kann fatale Konsequenzen haben.

Der Militärhistoriker Saul David hat 2000 Jahre Kriegsgeschichte untersucht und die Ursachen und Folgen von Fehlentscheidungen analysiert. (…) In diesem Band sind seine 30 Fallstudien versammelt, die Geschichtslektionen der anderen Art bereithalten. Sie zeigen auf eindringliche Weise auf, wie unberechenbar der menschliche Faktor gerade in der Kriegssituation bleibt, wo Inkompetenz, Eitelkeit oder Leichtsinn oft über Leben und Tod entscheiden.“ (bearbeitete Verlagsinfo)

Es ist kein Zufall, dass viele dieser Fehlentscheidungen in Filmen oder Romanen dramatisch verarbeitet wurden: Stalingrad, die Varus-Schlacht, El Alamein, Custers letztes Gefecht, der Angriff der Leichten Brigade und viele mehr.
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Bernard Cornwell – Der Flammenträger / The Flame Bearer (Uhtred 10)

Humorvoller Action-Thriller: Endspurt nach Bebbanburg

England im 10. Jahrhundert. Der große Krieger Uhtred ist dicht davor, seinen Stammsitz Bebbanburg zurückzuerobern, den ihm sein Onkel geraubt hat. Doch der Frieden in Northumbrien ist brüchig und Uhtred laviert sich zwischen den anrückenden Westsachsen und den einfallenden Schotten hindurch, um den fast schon christianisierten Dänen von York beizustehen – und doch sein Ziel nie aus den Augen zu verlieren. Da begegnet er dem „verrückten Bischof“ und erkennt eine einzigartige Gelegenheit…
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Rudolph Wurlitzer – Zebulon

Nach einer Schießerei zwischen Leben und Tod schwebend, begibt sich Trapper, Räuber und Mörder Zebulon Shook auf eine unstete Odyssee durch einen nicht nur wilden, sondern völlig aus den Fugen geratenen, von Außenseitern und Getriebenen bevölkerten US-Westen … – Kein ‚richtiger‘, sondern ein ‚psychodelischer‘ Western, der Ort und Zeit einerseits aufleben lässt, um andererseits eine metaphysisch mehrdeutige Geschichte zu erzählen, die jeder Leser nach Herzenslust interpretieren darf: schräg und stimmungsvoll, schön übersetzt, zudem ‚künstlerisch‘ trivial genug, um ‚literarisch‘ gepolte Kritiker vor die Köpfe zu stoßen. Rudolph Wurlitzer – Zebulon weiterlesen

James Warner Bellah – Der Mann, der Liberty Valance erschoss

Senator Stoddard gilt als Held, der einst den berüchtigten Revolverhelden Liberty Valance im fairen Zweikampf tötete, Karriere machte und eine schöne Frau heiratete. Tatsächlich ist die schöne Geschichte eine Lüge, der Stoddard endlich ein Ende bereiten will … – Der scheinbar simple Western als tragische Dreiecksgeschichte und bissige Abrechnung mit dem schönen Schein einer glorifizierten Vergangenheit: auch als Roman zum klassischen Film von John Ford (1962) ein Vergnügen mit Widerhaken.
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Henning Boëtius – Phönix aus Asche

1937 explodiert das deutsche Luftschiff „Hindenburg“ am Himmel über Lakehurst in den USA. Noch Jahre später versucht einer der Überlebenden zu klären, wieso dies geschah; er entlarvt nicht nur die Urheber, sondern findet seine verschollene Liebe wieder … – Mischung aus Historien-Thriller und Liebesgeschichte, wobei die Verknüpfung nicht immer gelingt; auch aufgrund der persönlichen Verbindung des Verfassers zur „Hindenburg“-Historie – sein Vater steuerte das Luftschiff – entwickelt sich dennoch eine spannende, berührende Geschichte.
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Clifton Adams – Ein Grab in Texas

Rancher Frank Gault jagt den Mörder seiner Frau. Der wurde gerade beerdigt, aber Gaults Rachedurst und Misstrauen lassen ihn weiter nachforschen, wodurch er in ein ganz anderes Verbrechen verwickelt wird, dessen Nutznießer den lästigen Störenfried definitiv loswerden wollen … – Obwohl die Geschichte im „Wilden Westen“ spielt, ist sie eher ein Krimi. Die völlige Abwesenheit von Genre-Klischees und Sentimentalitäten sorgen zusammen mit beachtlichen Figurenzeichnungen für spannende, zeitlose Unterhaltung.
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Robert E. Howard – Die Geier von Wahpeton

Eine Gangsterbande, terrorisiert ein Wild-West-Städtchen. Der Sheriff heuert einen Revolverhelden an, der dem Treiben ein Ende bereiten soll. Dieser muss feststellen, dass sein Auftraggeber der Anführer der Bande ist … – Dass Robert E. Howard, der Schöpfer des Barbarenkriegers Conan, auch Western-Storys schrieb, ist hierzulande kaum bekannt. Das Ergebnis ist interessant, denn Howard macht zwischen Corcoran und Conan kaum einen Unterschied. „Im Schatten der Geier“ entwickelt sich dadurch zum Fantasy-Western und überrascht mit bizarren Einfällen.
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Loren D. Estleman – Buffalo Bill

Er führte ein Leben wie im Roman: William F. Cody, genannt „Buffalo Bill“, Viehtreiber, Meldereiter, Soldat, Büffeltöter, aber auch Lügenbold und Aufschneider, der den mythischen „Wilden Westen“ mit erschuf, ihn als Zirkusattraktion präparierte und schließlich überlebte … – Biografischer Roman, der auf Tatsachen basiert, diese aber kunstvoll ausschmückt; dennoch das gelungene Porträt eines ambivalenten Charakters, der bei allem persönlichen Mut fast zwanghaft die Lüge stets der Wahrheit vorzog. Loren D. Estleman – Buffalo Bill weiterlesen

Mac P. Lorne – Der Herr der Bogenschützen

Die Handlung:

Vom enteigneten Sohn eines Verschwörers zum Kommandanten der englischen Langbogenschützen: John Holland, der spätere Duke of Exeter, ist eine schillernde Figur im 100-jährigen Krieg zwischen England und Frankreich. Mac P. Lorne lässt uns seine Ausbildung bei den walisischen Bogenschützen ebenso hautnah miterleben wie seine Kriegsgefangenschaft und sein mehrfaches Aufeinandertreffen mit einer verblendeten und fanatischen jungen Frau, die einmal als Jeanne d’Arc in die Geschichte eingehen soll und der es gelingt, einen fast beendeten Krieg wieder aufflammen zu lassen – und deren Hinrichtung auf dem Scheiterhaufen er am Ende nicht verhindern kann, obwohl er ahnt, dass so eine Märtyrerin geschaffen wird … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Der Herr der Bogenschützen? Das war doch Robin Hood oder? Äh, eher nicht so, nein. Während Robin Hood historisch nie als wirklich lebende Person ermittelt werden konnte, gabs den in diesem Roman beschriebenen John Holland (1. Duke of Exeter und 1. Earl of Huntigdon … so viel Zeit muss sein) und sein Leben wirklich.

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Alistair MacLean – Nevada Pass

Im Wilden Westen des Winters 1873 soll Militär ein durch Krankheit entvölkertes Grenzfort entsetzen. Indianer, Desperados und Saboteure versuchen alles, um den Zug, mit dem die Soldaten fahren, vor der Überquerung des Nevada-Passes in ihre Gewalt zu bringen … – Seltene Mischung aus Western und Thriller: eine Art actionbetonte Version von Agatha Christies „Mord im Orientexpress“, die dem Konflikt zwischen Gut und Böse noch den Kampf gegen eine lebensfeindliche Natur hinzufügt; handwerklich solide, spannend und immer noch lesenswert.
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Heidi Rehn – Das Haus der schönen Dinge

Glanz und Elend einer Kaufhausdynastie

Als der jüdische Kaufmann Jacob Hirschvogl 1897 zum Königlich Bayrischen Hoflieferanten ernannt wird, glaubt er sich und seine Familie als gleichwertige Mitglieder der Münchner Gesellschaft anerkannt. Das von ihm begründete Kaufhaus Hirschvogl am Rindermarkt bedeutet für ihn die Verwirklichung eines Lebenstraums. In den „Goldenen Zwanzigern“ folgt ihm Tochter Lily mit ebenso großer Begeisterung in der Leitung des Hauses nach – zunächst mit Erfolg, doch dann muss sie erleben, wie sich ihre Heimat Anfang der 30er Jahre plötzlich gegen sie wendet…

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Bernard Cornwell – Das Fort


Das Pearl Harbor des 18. Jahrhunderts

Sie segelten unter der Flagge der Freiheit. Sommer 1779: Der Kampf um die Unabhängigkeit der USA von der britischen Krone hat sich in den Süden verlagert. Da nutzt eine britische Infanterieeinheit die Gunst der Stunde: Die Rotröcke segeln in drei Kriegsschaluppen zur nebligen Küste Neuenglands, um dort auf einer Landzunge ein Fort zu errichten – den weit über das Meer sichtbaren Machtanspruch der Krone. Eine Kriegserklärung an die junge Regierung der USA! Als Antwort schicken sie eine riesige Kriegsflotte und mehr als tausend Infanteristen, um die Eindringlinge zu vertreiben. Doch zum Sieg gehört mehr als nur ein großes Heer; zum Sieg gehören ein Plan und Männer, die das Handwerk des Krieges beherrschen …(Verlagsinfo)

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